Homeoffice-Studie 2026: Warum das Büro mehr bieten muss als einen Schreibtisch

Homeoffice hat aus dem Büro als selbstverständlichem Arbeitsort eine Option gemacht. Wer Beschäftigte regelmäßig vor Ort zusammenbringen möchte, muss deshalb eine einfache Frage beantworten: Wofür lohnt sich die Präsenz?

Veröffentlicht am: 12.08.20264 Min. Lesezeit
Person arbeitet im Homeoffice an einem Laptop.

Antworten liefert eine aktuelle Sonderauswertung der Konstanzer Homeoffice-Studie. Für den im Juni 2026 veröffentlichten Report wurden die Angaben von 1.017 Beschäftigten ausgewertet, deren Tätigkeit grundsätzlich Homeoffice ermöglicht. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht repräsentativ für diese Beschäftigtengruppe in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: Viele Büros passen noch nicht zu einer Arbeitswelt, die längst hybrid geworden ist.

Klassische Büros dominieren weiterhin

Fast jede zweite befragte Person arbeitet in einem geteilten Büro mit zwei bis neun festen Arbeitsplätzen. Weitere 29 Prozent verfügen über ein Einzelbüro. Flexible, aktivitätsorientierte Bürokonzepte, in denen je nach Aufgabe zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen gewechselt werden kann, kommen bislang nur bei 6 Prozent der Befragten zum Einsatz.

Auch der persönlich zugewiesene Schreibtisch ist weiterhin die Regel: 76 Prozent haben einen festen Arbeitsplatz, 24 Prozent arbeiten im Desksharing.

Gleichzeitig fehlen häufig genau die Flächen, die den Weg ins Büro sinnvoll machen könnten. 35 Prozent der Befragten geben an, dass es bei ihrem Arbeitgeber keine Begegnungs- oder Interaktionsflächen gibt. Austausch und Zusammenarbeit werden zwar oft als Argument für mehr Präsenz genannt. Mehr als einem Drittel der Beschäftigten fehlen dafür jedoch die passenden räumlichen Voraussetzungen.

Desksharing macht das Büro nicht automatisch attraktiver

Besonders deutlich wird der Anpassungsdruck beim Blick auf die gewünschten Homeoffice-Tage. Beschäftigte mit einem festen Arbeitsplatz möchten im Durchschnitt 2,59 Tage pro Woche von zu Hause oder mobil arbeiten. Bei Beschäftigten im Desksharing sind es 3,40 Tage. Ein Drittel der Desksharing-Nutzenden wünscht sich sogar fünf Homeoffice-Tage pro Woche. Unter den Beschäftigten mit festem Schreibtisch liegt dieser Anteil bei 15 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Bürogröße. Im Einzelbüro wünschen sich die Befragten durchschnittlich 2,34 Homeoffice-Tage. In Großraumbüros mit mehr als 24 Arbeitsplätzen steigt der Wert auf 3,56 Tage. Je größer und unpersönlicher die Bürofläche ist, desto stärker fällt damit der Wunsch nach Rückzug aus.

Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge, aber keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Nachweis. Dennoch legen sie nahe, dass Desksharing allein weder die Zusammenarbeit noch das Wohlbefinden verbessert. Bei subjektiver Leistung, kollegialer Unterstützung, Erschöpfung und Einsamkeit stellt die Studie kaum Unterschiede zwischen Desksharing und festen Arbeitsplätzen fest.

Präsenz braucht einen erkennbaren Zweck

Flexible, aktivitätsorientierte Büros schneiden bei den sozialen Aspekten besser ab. Nur 14 Prozent der dort Beschäftigten vermissen Begegnungsflächen. Außerdem zeigen sich leicht positive Zusammenhänge mit kollegialer Unterstützung sowie geringere Werte für Erschöpfung und Einsamkeit. Für die subjektive Leistung ergibt sich dagegen kaum ein Unterschied.

Entscheidend ist daher weniger, ob ein Büro neu oder besonders offen gestaltet ist. Auch der Renovierungsstand beeinflusst den Homeoffice-Wunsch laut Studie kaum. Wichtiger ist, ob die Arbeitsumgebung zur jeweiligen Aufgabe passt: Austausch, kreative Projektarbeit, Teammeetings und informelles Lernen können von gemeinsamer Präsenz profitieren. Konzentrierte Einzelarbeit gelingt häufig besser im Homeoffice. Gleichzeitig braucht ein zeitgemäßes Büro neben Begegnungsflächen auch Rückzugsmöglichkeiten, Privatsphäre und Orientierung.

Dazu passen weitere Ergebnisse der 19. Befragungswelle aus dem April 2026: Ein Drittel der Befragten gab an, häufig ins Büro zu kommen, obwohl dies inhaltlich nicht notwendig sei. Zugleich fehlen in einem Drittel bis zur Hälfte der Unternehmen klare Regeln für hybrides Arbeiten. Wo solche Leitlinien vorhanden sind, berichten Beschäftigte von mehr kollegialer Unterstützung, Engagement und Produktivität. Ein zusätzlicher Homeoffice-Tag pro Woche könnte nach Berechnungen der Studie außerdem rund 32 Millionen Liter Kraftstoff pro Tag einsparen. Eine durchdachte Organisation hybrider Arbeit wirkt damit über den Betrieb hinaus.

Digitale Zeiterfassung schafft eine verlässliche Grundlage

Hybride Arbeitsmodelle brauchen neben klaren Regeln und passenden Räumen auch verlässliche Prozesse. Die gesamte Arbeitszeit muss unabhängig vom Arbeitsort erfasst werden – im Büro ebenso wie im Homeoffice. Gerade bei flexiblen Arbeitsorten hilft eine digitale Zeiterfassung dabei, Arbeitsbeginn, Arbeitsende, Pausen und Überstunden transparent zu dokumentieren. Das schützt Beschäftigte vor entgrenzter Arbeit und gibt HR eine einheitliche Datengrundlage.

Mit askDANTE erfassen Mitarbeitende ihre Arbeitszeit je nach Situation per Webbrowser, App oder Terminal. So laufen die Zeitdaten aus Büro, Homeoffice und Dienstreise zentral zusammen. Arbeitszeitkonten machen geleistete Stunden und Überstunden nachvollziehbar, während Auswertungen und angebundene Prozesse den Verwaltungsaufwand für HR reduzieren. Die Technik ersetzt keine gute Homeoffice-Regelung – sie sorgt aber dafür, dass das gewählte Arbeitsmodell im Alltag zuverlässig funktioniert.

Fazit: Das Büro wird vom Standard zum Angebot

Das Büro bleibt ein wichtiger Teil der Arbeitswelt, übernimmt aber eine gezieltere Funktion als früher. Präsenz überzeugt dort, wo sie Zusammenarbeit erleichtert und einen spürbaren Mehrwert bietet. Pauschale Rückkehrvorgaben greifen zu kurz, wenn passende Begegnungsflächen, Rückzugsmöglichkeiten und klare Regeln fehlen. Unternehmen, die Bürogestaltung, Arbeitsorganisation und digitale Zeiterfassung zusammendenken, schaffen eine tragfähige Grundlage für hybride Arbeit.

Disclaimer

Die Inhalte dieser Website wurden mit größter Sorgfalt, und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Bitte beachten Sie jedoch, dass die bereitgestellten Inhalte auf unserer Internetseite ausschließlich dem unverbindlichen Informationszweck dienen. Dies gilt auch für Beiträge mit rechtlichem / rechtsfachlichem Hintergrund. Sie ersetzen keine individuelle juristische Rechtsberatung. Die zur Verfügung gestellten Informationen sind daher ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität zu verstehen.

Diesen Beitrag teilen