Letzte Aktualisierung: 17.07.2025

#9 Zeiterfassung vs. HRM

Was unterscheidet eine Zeiterfassung von einem HRM? Wie sind die gängigen Definitionen - und halten diese den fortschreitenden Entwicklungen stand? In dieser Folge schauen Simon und Andreas hinter den Vorhang der Werbeversprechen und decken auch potentielle Gefahren durch Arbeitszeitbetrug auf.

Transkript:

Einstempeln. Ihr askDANTE Podcast rund um Zeiterfassung, Abwesenheiten, Schichtplanung und bessere HR-Prozesse. Der neue Arbeitstag beginnt.

Andreas: "Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres askDANTE Podcasts. Mein Name ist Andreas Jene."

Simon: "Und hier ist Simon Hallen. Hallo."

Andreas: "So, Simon. Heute haben wir uns ein Thema herausgesucht: Zeiterfassung versus HR-Managementsystem."

Simon: "Spannend, genau. Wir wollen heute mal zuerst die Begrifflichkeiten beleuchten. Wir wollen gucken, was gibt es für Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Zeiterfassung versus HR-Managementsystem klingt ja irgendwie auch ein bisschen gegensätzlich oder negativ konnotiert. Muss es aber am Ende gar nicht sein."

Andreas: "Genau, das hört sich ein bisschen an wie in einem Boxring: In der blauen Ecke das Zeiterfassungssystem, in der roten Ecke das HR-Managementsystem. Aber das ist es ja nicht, sondern es ist kein Gegeneinander, es ist eine Abwägungsfrage. Am Ende ist es ja auch häufig ein Miteinander, aber trotzdem irgendwie ein Spannungsfeld, das wir heute ein bisschen aufklären wollen."

Simon: "Das trifft es eigentlich ganz gut. Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge. Zuerst wollen wir uns die Begrifflichkeiten gleich noch mal ein bisschen genauer angucken. Wir werden sie gleich auf jeden Fall sezieren, sage ich mal. Am Ende – das ist jetzt schon mal der Blick auf das, was zum Ende der Folge auf jeden Fall klarer sein sollte und was wir dann auch beantworten wollen – stellt sich die Frage: Was braucht man denn eigentlich? Was sind Indikatoren und Grenzen? Darüber wollen wir am Ende auf jeden Fall auch noch mal sprechen. Was ist denn eigentlich was? Damit fangen wir vielleicht mal an."

Andreas: "Genau, das ist spannend. Gerade dieses Thema Begrifflichkeiten ist etwas, was uns sowieso bei askDANTE schon immer beschäftigt. Denn es ist schon die Frage, was eigentlich ein Zeiterfassungssystem ist. Jetzt kommt noch das Thema HR-Managementsystem hinzu, und ich habe in Erinnerung an unsere letzte Folge die KI eingesetzt, um mal zu fragen: Was ist der Unterschied zwischen HRM und Zeiterfassungssystem?"

Simon: "Ich bin gespannt, was dabei herausgekommen ist."

Andreas: "Wir wissen ja, dass die KI im Prinzip im öffentlichen Raum, in den öffentlichen Informationen, in diesem Meinungsraum das zusammenträgt und zusammenfasst, was dort beschrieben ist. Insofern ist es, glaube ich, ein ganz gutes Begriffsbild. Hier steht jetzt erst mal drin: 'Der Hauptunterschied zwischen HR-Managementsystem und Zeiterfassungssystem liegt im Umfang und in ihrer primären Funktion. Vereinfacht gesagt, ist die Zeiterfassung oft ein Teilbereich oder ein Modul eines umfassenden HRM-Systems.' Das ist ja schon mal eine klare Einordnung. Ich würde sagen, für mich ist es erst mal nur eine These. Jetzt steht hier, ich lese nicht alles vor, aber so ein bisschen auszugsweise: 'Zeiterfassungssysteme haben den primären Fokus auf der Erfassung und Verwaltung von Arbeitszeiten von Mitarbeitern. Kernfunktionen sind dann halt Ein- und Ausstempeln, Erfassung von Projektzeiten, Pausenzeiten, Überstundenberechnung, Erstellung von Zeitnachweisen und eine Abwesenheitserfassung, zum Beispiel Urlaub und Krankheit, oft in einfacher Form.' Und im HR-Managementsystem steht drin: 'Der primäre Fokus ist die Verwaltung des gesamten Lebenszyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen und die Optimierung aller personalbezogenen Prozesse. Dazu gehören Personalverwaltung wie Stammdaten, digitale Personalakte, Recruiting und Bewerbermanagement, Talentmanagement, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Abwesenheitsmanagement, Self-Service-Portale, Berichtswesen und oft eben auch die Integration von Zeiterfassungsmodulen.' Was man auf jeden Fall sehen kann, ist in dieser Begriffsbildung, die die KI erst mal so in den Raum stellt, dass das Zeiterfassungssystem das Spezielle mit einer ganz engen Aufgabe ist und das HR-Managementsystem das große Allumfassende, sozusagen das Dachsystem, wenn man so will, die Plattform, auf der etwas läuft. Da fallen mir aber ein paar Sachen auf, insbesondere hier bei dem Thema Abwesenheitsmanagement. Gehen wir da mal rein."

Simon: "Ja."

Andreas: "Da steht hier, dass die Zeiterfassung sich auszeichnet durch ein oft einfacheres Abwesenheitsmanagement und das HR-Managementsystem die detailliertere Urlaubs- und Krankheitsverwaltung inklusive Genehmigungsworkflows hat. Teilst du den Eindruck?"

Simon: "Es geht so. Nein. Also letztendlich muss man ja auch dazu sagen, wir sprechen natürlich jetzt von askDANTE, von unserer modernen Cloud-Lösung. Ich denke, es gibt natürlich auch andere Anbieter, manche sind vielleicht auch schon 15 Jahre und älter, vielleicht sieht es da ein bisschen anders aus. Aber ich sage mal so, bei modernen Cloud-Lösungen kann man auf jeden Fall ganz gut davon sprechen. Wenn ich mich jetzt auf uns beziehe: Das Thema Abwesenheitsverwaltung ist an sich schon ein recht komplexes Thema in askDANTE. Ob wir da von verschiedenen Abwesenheiten inklusive Abwesenheitsgründen sprechen, die benutzerdefiniert sind. Das heißt also, jeder Kunde kann selber entscheiden, was habe ich für eine ganze Palette. Dann gibt es Details. Es ist sehr detailliert, sehr umfangreich und man kann selber sagen: Okay, Abwesenheitsgrund eins, zwei, drei, die haben alle solche Zeitgutschriften. Aber vielleicht brauche ich bei einer Reisezeit – habe ich gestern erst wieder gesehen – eine minutengenaue Zeitgutschrift, um dem Mitarbeiter genau die Zeit gutzuschreiben, die dementsprechend auch verbraucht wurde, sozusagen. Das hängt ja auch irgendwo am Zeitkonto, das muss man als Erstes sagen."

Andreas: "Das ist eigentlich auch so ein Punkt, den ich hier herausstellen würde. Abwesenheiten, es ist egal, ob das Urlaub, Krankheit, Reisezeiten oder was auch immer ist, haben ganz viele Implikationen, die mit der Zeitkontorechnung zu tun haben."

Simon: "Genau, ja."

Andreas: "Du hattest eben auch schon gesagt: minutengenaue Abrechnung. Da geht es dann auch zum Beispiel bei Krankheiten darum, keine Ahnung, ich habe morgens 93 Minuten eingestempelt, bin mit Migräne nach Hause. Wie viel Zeitgutschrift kriege ich? Das muss natürlich minutengenau sein. Ich habe Abhängigkeiten, die zum Beispiel auf den Dienstplan gehen."

Simon: "Ja."

Andreas: "Und ich kann bei diesen ganzen Themen natürlich auch tarifliche Sachen noch involviert haben. Tatsächlich ist Abwesenheitsverwaltung und die Ausrechnung dieser Zeitgutschriften, die ja Grundlage der Überstundenkontoführung sind, schon ein komplexes Thema. Insofern würde ich jetzt mal diese Einordnung, die die KI hier vorgenommen hat, mit einem großen Fragezeichen versehen, um zu fragen: Wer macht eigentlich die komplexere Abwesenheitsverwaltung? In unserer Erfahrung meistens wir. Denn in einem System, das sich mit vielen anderen Themen beschäftigt, gibt es natürlich auch einen Kalender, einen Urlaubskalender und dieses und jenes, aber da reicht es dem System häufig zu sagen, da hat jemand Urlaub oder da ist jemand krank. Aber das ist für unsere detaillierte Zeitkontorechnung überhaupt nicht ausreichend und berücksichtigt dann diese anderen Einflüsse, zum Beispiel auf den Dienstplan, auch nicht. Dementsprechend ist es bei uns meistens komplexer."

Simon: "Dementsprechend würde man ja fast schon das kleine Veto einlegen gegen das, was die KI da rausgeworfen hat."

Andreas: "Genau, das würde ich auch sagen. Als zweites Thema ist mir das Thema Self-Services aufgefallen. Interessanterweise wird der Punkt Self-Services beim Zeiterfassungssystem hier nicht mit reingenommen, beim HR-Management-System aber schon. Simon, haben wir Self-Services?"

Simon: "Suggestivfrage, nicht wahr? Ja, wir haben Self-Services sowohl für Mitarbeitende als auch für Führungskräfte, ganz klar. Manchmal ist es ja sogar das, was sich auch Kunden wünschen, womit neben dem sauberen Stempelvorgang, Zeiten erfassen, Abwesenheiten et cetera, der Mitarbeiter eigentlich in Berührung kommen soll, im Thema Self-Service. Ich möchte mich selbst beauskunften: Wie sind denn eigentlich meine Stempelzeiten aus dem letzten Monat oder aus den letzten drei oder vielleicht aus dem letzten Jahr, da möchte ich noch mal drübergucken. Wie sehen meine Salden aus? Wie viele Überstunden habe ich? Ich kann sehen, wie viele Resturlaubstage ich noch habe. Was habe ich denn schon verplant? Was ist noch nicht genehmigt? Und so weiter und so weiter. Genau dafür dient es ja eigentlich, und das ist bei uns auf jeden Fall unerlässlich."

Andreas: "Ja, genau. Da hast du jetzt zwei gute Punkte angesprochen. Das eine ist die Frage: Haben wir das überhaupt? Ja, wir haben es natürlich für Mitarbeitende und wir haben es auch für Führungskräfte. Denn auch Führungskräfte haben ja in ihrer täglichen Arbeit aus der Zeiterfassung heraus gewisse Aufgaben, die sie wahrnehmen müssen. Wenn wir Abwesenheitsmanagement haben, steht das sozusagen zwischen diesen beiden Themen Abwesenheitsmanagement und Self-Service. Natürlich ist dann auch die Frage: Ich will nicht nur sehen, wie viele Urlaubstage habe ich, sondern ich will dann auch einen Urlaubsantrag stellen können. Das heißt, auch Prozesse laufen dadurch. Das heißt erst mal ja, wir haben das bei uns natürlich. Und das andere ist dann ganz interessant: Wofür braucht man eigentlich Self-Services? Das hast du eben schon ein bisschen mit erklärt. Die brauche ich für meine Salden, das brauche ich für meinen Urlaub und so weiter. Und jetzt, wenn ich mir mal diese Liste von Funktionalitäten in einem HR-Management-System angucke, dann ist die Frage: Brauche ich Self-Service für die Personalverwaltung?"

Simon: "Ja, also wenn man sagt Stammdatenmanagement, okay, da kann jemand seinen Vornamen, Nachnamen ändern oder eine Bankverbindung oder so."

Andreas: "Brauche ich das für ein Bewerbermanagement im Sinne von Stellenausschreibung, Bewerberverfolgung oder Onboarding?"

Simon: "Sehe ich so nicht."

Andreas: "Wahrscheinlich nicht. Brauche ich das im Bereich Talent Management, bei der Leistungsbeurteilung, Zielvereinbarung, Weiterbildung, Entwicklung, Nachfolgeplanung?"

Simon: "Nein."

Andreas: "Wahrscheinlich. Also es gibt bestimmt Ausgestaltungsgedanken, aber erst mal so vordergründig nicht. Brauche ich das im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung bei der Abwicklung der Entgeltabrechnung sicherlich nicht."

Simon: "Bei der Bereitstellung."

Andreas: "Bei der Bereitstellung der Entgeltabrechnung vielleicht, ja. Brauche ich es im Abwesenheitsmanagement?"

Simon: "Ja."

Andreas: "Ja, mindestens einmal in der Woche, eher mehr. Brauche ich es im Zeiterfassungsmodul?"

Simon: "Ja, auf jeden Fall."

Andreas: "Brauche ich es im Berichtswesen und Analysen für meine Geschäftsführung?"

Simon: "Wohl eher nicht."

Andreas: "Nee. Also interessant: Die Self-Service-Sektion wird dem HR-Management-System zugeschrieben, der Hauptanwendungsfall ist aber der zeitwirtschaftliche."

Simon: "In der Zeitwirtschaft, ja."

Andreas: "Und du hattest ja vorhin auch schon die Frage gestellt, mit welchem System Mitarbeiter eigentlich im Kontakt sind. Ich weiß nicht, wie es in deiner Lebensrealität ist, aber bei mir ist es eher so und bei den Leuten, die ich kenne: Die ändern eher nicht so häufig ihren Nachnamen."

Simon: "Seltener, mhm."

Andreas: "Aber wollen häufiger einen Urlaubsantrag stellen oder wollen ihr Zeitsaldo einsehen. Das heißt, interessanterweise ist diese Verknüpfung zwischen Zeiterfassungssystem – und da sprechen wir jetzt noch nicht mal über das Dienstplanungssystem mit der Einsicht in Dienstpläne, das ist ja auch noch eine Dimension, die wir theoretisch hätten..."

Simon: "Ja."

Andreas: "Eigentlich ist da der Connect mit diesem Self-Service viel größer als mit anderen HR-Prozessthemen."

Simon: "Ja, und auch viel intuitiver. Ich schaue mal eben nach, wie viele Urlaubstage ich denn noch habe, weil wir jetzt gerade noch mal besprechen wollen, was wir in den Herbstferien machen oder so, zum Beispiel."

Andreas: "Genau. Und das Zeiterfassungssystem ist einfach auch das System, mit dem jeder Mitarbeiter jeden Tag an der Tür ist."

Simon: "Genau."

Andreas: "An der Tür sage ich schon, weil ich gerade an die Tür denke – da ist dann ja das Zeiterfassungsterminal."

Simon: "Ja, ja."

Andreas: "Und das ist mein Kontaktpunkt, den ich habe. Also eigentlich macht es total Sinn, den Self-Service zunächst erst mal zeitwirtschaftlicher zu denken und nicht so sehr in diesem ganzen anderen Kontext, den so ein HR-Management-System dann halt mitbringt. Okay, spannend. Und dann ist da noch das Thema Payroll. Das ist das Thema vorbereitende Lohnabrechnung. Das kennen wir auch, oder?"

Simon: "Ja, hören wir auch öfter mal. Manchmal fragt man sich auch so: Was wünschen sich die Kunden damit denn eigentlich? Es ist ein bisschen kundenspezifisch, ja. Aber gerade im Bereich, wenn man wirklich in einer Branche ist, wo man viele gewerbliche Mitarbeitende zum Beispiel hat, wo man sagt, okay, da wird jemand, oder Minijobber, Aushilfen werden irgendwie nach Stunden bezahlt et cetera, die Daten liegen ja irgendwie auch in der Zeitwirtschaft. Wir haben viele Kunden aus bekannten Branchen, sage ich mal, die eben sagen: 'Okay, wir haben einen gewissen Anteil an diesen Berufsbildern, gewerbliche Mitarbeitende, wo halt dann wirklich nach Stunden abgerechnet wird.' Das heißt, das muss dann auch irgendwie aus der Dienstplanung gezogen werden. Dann sind teilweise komplexe Zuschlagssätze, die dann eben..."

Andreas: "Ja, Zuschläge sind normal."

Simon: "Genau, zum Tragen kommen. Dreimonatsdurchschnitt berechnen und solche Geschichten."

Andreas: "Ja, genau, richtig."

Simon: "Und dementsprechend sind das die Daten, die Bewegungsdaten, die halt auch wirklich in der Zeiterfassung hängen. Und letztendlich ist das etwas, womit ja auch viele Kunden anfangen und sagen: 'Mensch, wenn wir das doch irgendwie für meinen Lohnanbieter in einem gewissen Leistungszeitraum zusammenfassen könnten und dann eben einmal aus dem System herausziehen könnten, das wäre doch genau das, was wir suchen eigentlich.'"

Andreas: "Genau. Das heißt, wir haben auch im Payroll-Bereich zumindest einige Anwendungsfälle, einige Kunden, wo wir diesen Bewegungsdatenübertragungsanteil haben..."

Simon: "Mhm."

Andreas: "...den man halt auch aus der Zeiterfassung heraus macht."

Simon: "Genau."

Andreas: "Trotzdem wird diese Payroll, auch diese vorbereitende Lohnabrechnung, in der Begriffsbildung von der KI hier als These dem HR-Management-System zugeschrieben. Und jedenfalls für uns gesprochen, können wir sagen, dass die Erfahrung eher so is: Ja, aus so einem HR-Management-System kommen statischere Daten, wie zum Beispiel, da hat jemand geheiratet, da ist jetzt ein Kind da, das mit draufgeschrieben wird, da ist ein fester Lohnbestandteil, der irgendwie kommt. Und dann aber parallel ganz andere Daten, nämlich diese Bewegungsdaten von uns kommen."

Simon: "Ja."

Andreas: "Insofern würde ich sagen, mit Bezug auf die Vorbereitung der Lohnabrechnung geht hier der Vergleich eher so ein bisschen unentschieden aus, weil es halt auf den Anwendungsfall und auf das Unternehmen ankommt."

Simon: "Ja, genau, richtig. Okay, spannend. Also, was bedeutet das denn jetzt für die Begriffsbildung? Und vor allen Dingen auch spannend wäre ja eigentlich sogar schon fast die Perspektive, der Next Step: Was für eine Entwicklung beobachten wir denn eigentlich so am Markt? Von der einen Seite... Jetzt gehe ich mal in die Offensive und plaudere mal aus dem Nähkästchen. Jetzt kommt der Vertriebler hier wieder, der dann irgendwie so sagt: Na ja, was ist denn die Anforderung von vielen Kunden? Es gibt ja auch durchaus Kunden, die ankommen und sagen: 'Okay, wir haben bereits ein HR-Managementsystem, aber das, was die in puncto Zeiterfassung bieten – und das ist ja das, worüber wir die letzten Minuten gesprochen haben –, das reicht uns nicht. Da kann man vielleicht auf eine Stoppuhr drücken oder so, aber viel mehr ist da nicht möglich. Wir brauchen jetzt was, was da einfach in die Kerbe geht.' Und da ist dann die nächste Frage: Gibt es das auch in die andere Richtung?"

Andreas: "Ja, also jetzt hast du so viele Punkte aufgemacht, der Vertriebler. Zum einen: Was bedeutet das für die Begriffsbildung? Ich finde das total schwierig, jetzt auch diese Begriffe zu füllen. Eigentlich müsste man sagen, das, was hier klassisch als HR-Managementsystem bezeichnet wird, und das, was wir machen, was man klassischerweise als Zeiterfassungssystem bezeichnet – eigentlich muss man sagen, beides ist HR-Software."

Simon: "Ja."

Andreas: "Und ehrlicherweise beschäftigen sich auch beide mit HR-Prozessen. Das geht auf der Zeiterfassungsseite immer so ein bisschen unter und wird auf der anderen Seite so ein bisschen überthematisiert oder überproportional betont. Denn zumindest wir bei askDANTE haben ja einen sehr klaren Blick für die HR-Prozesse, wie Leute arbeiten, um ihnen die tägliche Arbeit zu erleichtern, um auch zum Lohn hin gewisse Dinge zu machen und so weiter, um auch Workflows, Genehmigungen und diese ganzen Sachen darin abzubilden. Trotzdem würde ich jetzt aber nicht sagen, dass askDANTE ein HR-Management-System ist, weil wir von dieser Ausgangsdefinition, die da stand, über den gesamten Lebenszyklus, das ist eigentlich nicht unser Anspruch. Wir machen kein Talent Management, wir machen kein Recruiting. Das ist einfach auch nicht unser Ding, das ist eine andere Baustelle. Aber was auf jeden Fall klar wird, ist, dass es auch bei solchen moderneren Paketen, wie zum Beispiel askDANTE und anderen Marktwettbewerbern, immer mehr Überlappungen gibt."

Simon: "Mhm, ja."

Andreas: "Immer mehr Deckungsgrad. Und am Ende haben wir HR-Systeme, HR-Softwarepakete, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Aber gerade in diesem Abwesenheitsmanagement-Bereich und so weiter haben wir natürlich einen viel höheren Deckungsgrad, als man das vielleicht vor zwanzig Jahren gehabt hat, als ein Zeiterfassungssystem eines war, das eine elektronische Stempeluhr an die Tür gehängt hat, irgendwie so. Das ist definitiv der Trend. Die Frage ist: Wo geht dieser Trend hin? Das hattest du eben auch gefragt. Ich kann jetzt nur für uns sprechen. Wir haben, glaube ich, verstanden, dass das immer weiter übereinanderlappt und sich immer weiter dahingehend entwickelt, und dass es auch viele Kunden gibt, die selber gar kein Recruiting machen wollen und gar kein Talent Management machen wollen, und die im Prinzip ein Abwesenheitsmanagement machen wollen und eine Zeiterfassung machen wollen. Und dann hat jeder Mitarbeiter diesen Kontaktpunkt askDANTE, und dann steht die Frage im Raum: Welchen Sinn macht es denn dann, dass Dateien irgendwo anders hochgeladen werden? Deswegen haben wir schon vor längerer Zeit die strategische Entscheidung getroffen – das steht jetzt ja auch ganz unmittelbar an –, dass askDANTE eben auch dieses Dateimodul bekommt. Und stellt sich die Frage: Ist askDANTE dann auch noch eine Zeiterfassung? Aber dass man dann dort eben auch Dokumente hochladen kann, dass auch die HR-Abteilung beim Mitarbeiter Dokumente anfordern kann und dass ich mit meiner Zeiterfassungs-App, die ich habe, einfach auch einen Beleg abscannen und dann schicken kann und nicht noch eine zusätzliche HR-Management-Software brauche, die ich auf alle meine Mitarbeiter ausrollen soll."

Simon: "Ja, ja. Und das ist natürlich kein Weg, der für alle Unternehmen in allen Branchen geht, aber das ist sicherlich etwas, was für einen Teil der Unternehmen die organische und logische Entwicklung ist und für uns auch einfach organisch und logisch an diesen Zeiterfassungsgedanken andockt, weswegen wir sagen: 'Ja, okay, das ist Zeiterfassung plus.'"

Simon: "Eigentlich ja sehr schön gesagt. Aber das ist ja tatsächlich die Richtung, in die es geht und wo wir auch von unseren Kunden schon gehört haben, dass das eigentlich so das wäre, was sie sich auch irgendwo noch wünschen würden. Das ist ja auch nicht einfach nur so auf einer grünen Wiese gewachsen, sondern weil wir das durch Feedback erlangt haben. Und Stichwort Kunde im Fokus: Jetzt kommen wir mal wieder so ein bisschen zu unserer Ausgangsfrage, weil wir uns auch gefragt haben, was braucht denn der Kunde eigentlich und was sind Indikatoren, was sind vielleicht auch Grenzen? Ich würde sagen – du kannst ja gleich noch mal sagen, ob du da mitgehst –, ich würde sagen: Sprechen Sie uns an. Das ist das, was wir auch aus unseren vielen Gesprächen, gerade auch in Onboardings, aber auch schon ein, zwei Schritte vorher sagen: 'Okay, was ist denn der Anwendungsfall und was brauchen Sie? Was wollen Sie damit bezwecken?' Aber letztendlich klar, am Ende entscheiden Sie das, und wir können dabei unterstützen. Es gibt auch viele Kunden, die sagen: 'Na ja, ich habe halt schon was und ich stelle mir das halt so vor, und ich habe eine Zwei-System-Lösung, aber so richtig toll ist es auch nicht.' Du hast, glaube ich, im Vorgespräch schon gesagt, es gibt immer einen Preis, der bezahlt werden muss, oder?"

Andreas: "Ja, ich habe gesagt, es ist egal, wofür ich mich entscheide als Kunde, ich bezahle immer einen Preis. Angenommen, ich hätte ein All-in-one-System, da hat man schnell ein bisschen dieses alte Entensprichwort: 'Kann fliegen, kann schwimmen, aber kann nichts richtig.' Man kann natürlich auch zwei Spezialsysteme nehmen, dann habe ich eine Situation, wo ich eine Schnittstelle haben muss – dazu auch noch mal der Hinweis auf unsere Schnittstellen- und Systemlandschaftsfolge. Was natürlich dann immer auch einen Pferdefuß mitbringen kann, weil es halt nie so richtig aus einem Guss ist und dann auch die Frage is, wer ist mit was eigentlich befasst ist. Ich kann mich dafür entscheiden, dann auch nur etwas mit askDANTE zu machen, dann habe ich aber natürlich auch, wie ich vorhin schon sagte, die Situation, dass es dort einfach nie ein Recruiting und Talent Management geben wird."

Simon: "Genau, genau."

Andreas: "Und wenn wir in einer Zwei-System-Lösung sind, dann ist immer auch die Frage: Was ist das führende System? Wer verantwortet was? Mit was haben die Mitarbeiter Kontakt? Und deswegen würde ich auch da einsteigen, wo du sagst: Ja, sprechen Sie uns an. Ich glaube, wir haben da eine ganz gute Beratungskompetenz, auch zu sagen: Was ist jetzt eigentlich die richtige Lösung? Oder was kann man in einem bestehenden Setup eigentlich jetzt auch verantwortungsvoll und gut abbilden? Auch wenn wir natürlich Entwicklungsschritte bei askDANTE sehen und wissen, wo wir mit dem Produkt hinwollen, ist es ja trotzdem so, dass wir versuchen, auch in den Projekten dann..."

Simon: "Im Sinne des Kunden zu gucken, wo es dann gut hingeht, also wie man das Projekt gut gestalten kann."

Andreas: "Ja, ja. Und wo wir dann auch ein bisschen weniger leidenschaftlich vielleicht dann... also schon leidenschaftlich beraten, aber nicht unser Produkt jetzt unbedingt durchsetzen müssen. Weil es gibt große Unternehmen mit großen Abteilungen, großen Anforderungen. Es gibt kleinere Unternehmen, die große Anforderungen haben. Es gibt große Unternehmen, die kleine Anforderungen haben. Es gibt ja irgendwie alles."

Simon: "Alles, ja."

Andreas: "Und da sind dann diese Themen: Habe ich Festgehaltsempfänger? Habe ich Gewerbliche? Was sind meine Pain Points? Was möchte ich eigentlich mit einem Projekt erreichen? Und unterm Strich ist die Antwort auf die Frage: 'Was brauche ich denn jetzt?' immer: Das kommt darauf an, wie Ihre Situation ist und wo Sie am Ende auch rauskommen wollen."

Simon: "Das ist eigentlich ein gutes Fazit für heute, oder? Würde ich sagen."

Andreas: "Denke ich auch, ja."

Simon: "Ja, super. Okay, wir haben ja schon jetzt in dieser Folge auch viel auf andere Folgen angespielt. Das heißt also, wenn Sie zum Beispiel die Folge zum Thema Systemlandschaft und Schnittstellen noch nicht gehört haben, dann gerne auch noch mal dahin zurückspulen. Ich denke, Sie folgen unserem Podcast vielleicht schon auf gängigen Streaming-Portalen, aber gerne noch mal anhören, denn da haben wir auch noch mal so ein bisschen über Wahrheiten von Schnittstellen und Anforderungen gesprochen. Das war auf jeden Fall auch ein guter Kontext."

Andreas: "Genau, ja. Vielleicht sollten wir noch darüber nachdenken, einen ganz neuen Begriff zu erfinden. Ich weiß nur noch nicht, wie wir den im Internet platzieren."

Simon: "Vielleicht verselbstständigt sich das mithilfe von KI ja zukünftig automatisch."

Andreas: "Ja, vielleicht. Wenn Sie sonst eine Idee haben, gerne eine kurze E-Mail an podcast@askdante.com."

Simon: "Genau. In diesem Sinne vielen Dank, dass Sie auch diesmal mit dabei waren, und ich freue mich schon aufs nächste Mal. Bis dann, tschüss."

Andreas: "Tschüss."

Simon: "Und ausstempeln."

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