Vertrauensarbeitszeit oder Zeiterfassung: Extreme verhindern

Minutengenaue Kontrolle der Arbeitsstunden oder Zeitsouveränität durch Vertrauensarbeitszeit? Beides birgt Vorteile und Risiken. Wir beleuchten für Sie die zwei Seiten des Spektrums.

Vertrauen 01

Zeiterfassung ohne Kontrollzwang

Wer seine Arbeitszeit durch ein Zeiterfassungssystem erfassen lässt, der definiert Zeit als eine feste Größe der Arbeitsleistung, die minutengenau gemessen und erfüllt wird. Wichtig ist, wie die Zeiterfassung im Betrieb eingesetzt wird.

 

Gegen die Maschine...

Denn wird das System wie ein allumfassendes Kontrollsystem genutzt, um Mitarbeiter auf ein gewünschtes Ideal zu optimieren oder sogar die Personalpolitik danach auszurichten, so hat die Zeiterfassung ihr Ziel bei weitem verfehlt. Neben gesetzlichen Regelungen muss berücksichtigt werden, dass hinter den Zahlen Menschen stecken. Wer sich ständig überwacht fühlt und sich für die Zeit, die er für eine Aufgabe gebraucht hat, rechtfertigen muss, der steht unter Dauerstress. Darunter leiden Motivation, Leistungsfähigkeit und Produktivität.

 

… für den Menschen

Stattdessen sollte die Zeiterfassung faire Rahmenbedingungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen, indem sie als vertrauensstiftendes und motivierendes Instrument eingesetzt wird. So kann eine detaillierte Projektzeiterfassung dafür genutzt werden, Arbeitsprozesse innerhalb der Teams zu verbessern, indem Hemmnisse erkannt und gemeinsam beseitigt werden.

Im Hinterkopf muss bleiben, dass nicht alles disponierbar ist. Das gilt vor allem für kreative und problemlösende Aufgaben, bei denen Ergebnisse nicht unmittelbar oder erst nach einer bestimmten Vorarbeit abgeliefert werden können. Auch die Erfüllung besser kalkulierbarer Arbeiten kann durch äußere Faktoren gestört werden, was Mitarbeiter unter Druck und Stress setzt, wenn ein bestimmter Zeitrahmen ohne Ausnahme erwartet wird. Hier ist ein verantwortungsvoller, am Menschen orientierter Umgang gefragt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vertrauensarbeit ohne Kontrollverlust

Die andere Seite des Spektrums ist die Vertrauensarbeitszeit, bei der die genaue Arbeitszeit hinter die Erfüllung der vorher vereinbarten Ziele tritt. Der Vorteil für den Arbeitnehmer ist die bei weitem größere Zeitsouveränität. Doch Vertrauensarbeitszeit birgt Risiken.

 

Gegen das Hamsterrad…

Vertrauensarbeitszeit birgt die Gefahr, dass das unternehmerische Risiko Arbeitszeit komplett auf die Mitarbeiter übertragen wird. Zudem führen unrealistische Leistungsziele oder Übermotivation zu Stress und den damit verbundenen Folgeerkrankungen. Auf der anderen Seite profitieren Arbeitnehmer, die schnell und effektiv arbeiten und es verstehen, ihre Arbeitszeit ergebnisorientiert auszuführen. Doch was ist mit Mitarbeitern, die das nicht können?

Trotz Vertrauensarbeitszeit muss der Arbeitgeber die Einhaltung der Arbeitsschutzgesetze kontrollieren. So dürfen nicht mehr als zehn Stunden gearbeitet und Überstunden müssen trotz allem dokumentiert werden. Zudem muss dem Betriebsrat nach § 80 Absatz 1 Nr. 1 BetrVG Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und den Umfang der tatsächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit der Arbeitnehmer mitgeteilt werden. Das läuft dem Prinzip der Vertrauensarbeitszeit zuwider.

 

… für den gesunden Überblick

Auch bei Vereinbarung einer Vertrauensarbeitszeit macht eine Zeiterfassung Sinn. Nicht nur um rechtliche Rahmenbedingungen einzuhalten. Das System hilft dem Mitarbeiter, seinen Zeitaufwand realistisch einzuschätzen und so einer Überforderung vorzubeugen. Zudem hat er das Gefühl, etwas geschafft zu haben, wenn er nach Feierabend sein Zeitkonto kontrolliert. Mit einer detaillierten Projektzeiterfassung können Zeitfresser erkannt und Arbeitsabläufe verbessert werden. Desweiteren erhält die Personalabteilung wichtige Kennzahlen, um zum Beispiel bei guter Auftragslage weitere Fachkräfte einzustellen.

 

Transparenz und Fairness durch Zeiterfassung

Egal wie Arbeitzeit in Ihrem Betrieb gestaltet werden soll. Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind der Grundstein eines erfolgreichen Unternehmens. Ein elektronisches Zeiterfassungssystem sorgt für Tranparenz, Fairness und Vertrauen auf beiden Seiten. Zudem unterstützt diese HR-Software die Personalarbeit mit Werkzeugen wie Urlaubs- und Schichtplanung und macht die Lohnabrechnung zum Kinderspiel.

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Bilder: Julia Caesar, Alex Wong (unsplash.com)


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