Gleitzeit richtig einführen und organisieren

Die Gleitzeit gehört zu den beliebtesten Arbeitszeitmodellen in Deutschland, denn sie ermöglicht eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit, ohne auf die Vorteile fester Arbeitszeiten verzichten zu müssen.

Gleitzeit

Was ist Gleitzeit?

Beim Gleitzeitmodell können Mitarbeiter innerhalb eines vorgegebenen Rahmens die Lage, Verteilung und Dauer ihrer Arbeitszeit selbst festlegen. Meist wird eine Kernarbeitszeit vereinbart. Eine alternative Form ist die variable Gleitzeit (amorphe Arbeitszeit). Hier wird ausschließlich das Arbeitsvolumen für einen bestimmten Zeitraum (Monat/ Jahr) festgelegt. Lage und Dauer sind vom Mitarbeiter frei wählbar.

 

Einführung der Gleitzeit im Betrieb

Wer Gleitzeit in seinem Unternehmen oder in bestimmten Betriebszweigen einführt, vereinbart mit seinen Mitarbeitern drei Punkte: Kernarbeitszeit, Rahmenarbeitszeit und Sollarbeitszeit.

Kernarbeitszeit
Die Kernarbeitszeit umfasst einen Zeitraum, in dem der Arbeitnehmer anwesend sein muss. Dieser Korridor gewährleistet, dass alle Mitarbeiter für Kunden sowie Kollegen ansprechbar sind und so Kommunikationsproblemen ausgeschlossen werden.

Rahmenarbeitszeit
Mit der Vereinbarung einer Rahmenarbeitszeit wird verhindert, dass Mitarbeiter zu ungewöhnlich oder sogar zuschlagspflichtigen Zeiten arbeiten, was zu erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen führen kann.

Sollarbeitszeit
Die Sollarbeitszeit definiert, wie lange täglich oder monatlich gearbeitet werden soll. Die tatsächlich geleistete Arbeit sollte dabei per Zeiterfassungssystem gemessen werden. Entstehende Differenzen werden in den Folgetagen oder -monaten abgebaut bzw. auf ein Überstundenkonto verbucht werden.

 

Ist Gleitzeit für meinen Betrieb sinnvoll?

Wer Gleitzeit einführt, sollte zunächst prüfen, ob dieses Arbeitszeitmodell überhaupt für den Betrieb oder das jeweilige Team geeignet ist. Arbeiten, die generell im Schichtbetrieb (Altenpflege, Produktion, Gastronomie) erledigt werden, scheiden von vornherein aus. Sinnvoll ist die Gleitzeit überall dort, wo es egal ist, zu welcher Uhrzeit die Aufgaben erledigt werden. Hier können Unternehmen die produktiven Tageszeiten ihrer Mitarbeiter optimal ausnutzen, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Zudem wird eine schwankende Auftragslage optimal ausgeglichen, denn Überstunden, die in einer arbeitsintensive Phase angesammelt werden, können in Monaten mit weniger Arbeit abgebaut werden.

 

Vorteile und Nachteile von Gleitzeit

 

Vorteile Arbeitnehmer

    • Mehr Motivation der Mitarbeiter durch höhere Zeitsouveränität
    • Mitarbeiter sind entspannter durch Wegfall der morgendlichen Hektik
    • Private Termine wie Behördengänge können besser wahrgenommen werden
    • Work-Life-Balance steigt
    • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

 

Vorteile Arbeitgeber

    • Reduzierung des Krankenstands
    • höhere Produktivität der Mitarbeiter
    • Reduzierung des unproduktiven Absitzen der Arbeitszeit
    • Einsparung von bezahlten Überstunden
    • Einsparung von externen Urlaubsvertretungen
    • Auslastungsschwankungen werden ohne großen Aufwand ausgeglichen
    • Reduzierung von Kündigungen und Neuanstellung bei saisonalen Schwankungen

 

Nachteile

    • Mitarbeiter sind nur zur Kernzeit gleichzeitig im Betrieb
    • höherer Verwaltungsaufwand und Missbrauchspotenzial, die jedoch durch Einführung einer elektronischen Zeiterfassung ausgeglichen werden können

 

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Foto: gratisography.com

Schlagwörter
gleitzeit, mindestlohn, zeiterfassung

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