Büroeinrichtung: Acht Faktoren für mehr Produktivität

17 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Büro. Viele davon verbringen dort acht und mehr Stunden am Tag. Die Büroeinrichtung hat dabei großen Einfluss auf die Produktivität.

Büro

1. Büromöbel

Ein kleiner Schreibtisch, ein ausgeleierter Bürostuhl von 1998 und ein Computerbildschirm, auf dem sich den halben Tag lang die Sonne spiegelt. Wer seine Mitarbeiter demotivieren und den Krankenstand nach oben treiben will, sollte ihnen genau so ein Büro anbieten. Für alle anderen gilt es den Arbeitsplatz an die Mindestanforderungen der Ergonomie anzupassen, um ein gesundes und bequemes Arbeiten ohne Rückenschmerzen und Nackenverspannungen zu ermöglichen. Zudem trägt ein ästhetisch ansprechendes Design zum Wohlbefinden bei.

Auf dem Schreibtisch sollte ausreichend Platz sein, um neben Computerbildschirm, Tastatur, Maus und Telefon auch andere Arbeitsgeräte und Unterlagen übersichtlich ausbreiten zu können. Üblich ist ein Mindestmaß von 80 mal 160 Zentimetern. Ein Beistell- oder Ecktisch bietet Platz für zusätzliche Akten und Materialien, die in Griffweite bleiben sollen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann individuell an die Körpergröße angepasst werden. Die Höhe sollte dabei so gewählt sein, dass die Arme bei normaler Sitzposition waagerecht auf den Tisch gelegt werden können. Das Ausstrecken der Beine sollte nicht durch Kabel, Kisten oder technische Geräte behindert werden.

Ein guter Bürostuhl ist ebenfalls individuell anpassbar und ermöglicht jede Veränderung der Sitzposition. Denn eine falsche Haltung führt schnell zu Verspannungen in Rücken und Nacken und kann sich auf Dauer auf die Gesundheit auswirken. Gerade weil langes Sitzen die Wirbelsäule belastet, sollte sie durch eine optimale ergonomische Ausrichtung des Stuhls unterstützt werden. Bei einer bequemen Sitzhaltung sind die Beine um etwa 90 Grad angewinkelt, die Fußsohlen berühren vollständig den Boden. Die Rückenlehne ragt mindestens 20 Zentimeter über den Sitz heraus, optimal bis zu den Schulterblättern. Armlehnen erleichtern zusätzlich das Arbeiten mit Tastatur und Maus.

Der Bildschirm sollte groß und flimmerfrei sein. Der Kopf ist optimal 50 bis 70 Zentimeter vom Monitor entfernt. Reflexionen der Sonne sind zu vermeiden.

 

2. Der Raum

Eine angenehme, großzügige Umgebung hebt die Motivation und reduziert Stress. Hinter dem Schreibtisch ist genug Platz, um sich mit dem Stuhl problemlos zu bewegen. Aufstehen ist möglich, ohne irgendwo gegenzustoßen. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 bis 60 Prozent und die Temperatur bei 22 bis 23 Grad. Die Fenster sollten regelmäßiges Lüften ermöglichen und tagsüber mit genug Lichteinfall für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen. Wer übrigens seine Arbeit 60 Prozent stehend und 40 Prozent sitzend verrichtet, verbessert deutlich seine Rückengesundheit.

 

3. Büroorganisation

Laut einer Studie des Stuttgarter Frauenhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung gehen zehn Prozent der Arbeitszeit durch mangelnde Ordnung verloren. Ein ordentlicher Schreibtisch ist daher nicht nur bei Kundenkontakt wichtig, sondern spart Zeit und macht produktiver.

 

4. Farbgestaltung

Die richtige Farbwahl fördert Kreativität und Wohlbefinden. Gleichzeitig signalisiert sie Wertschätzung des Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitern sowie Seriosität und Professionalität gegenüber Außenstehenden. Dabei gilt: Monotonie ermüdet, ein Mix aus zu vielen Farben führt zur Reizüberflutung. Die Umgebung sollte im gleichen Maße Abwechslung und Ruhepunkte anbieten.

Die Wirkungsweise von Farben hängt unmittelbar mit dem Sehvermögen zusammen. Sind Gegenstände in unserer Umgebung weniger klar unterscheidbar, so muss das Gehirn viel Energie auf die Filterung aufwenden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn weiße Möbel vor einer weißen Wand stehen. Je klarer sich die Umwelt differenziert desto weniger Anstrengung ist von Nöten, um sie zu erkennen. Bei der Kombination der Farben ist allerdings von Tönen abzuraten, deren Spektrum zu weit auseinanderliegt. Das ist bei Rot und Blau der Fall. Das Auge kann beide Farben nicht gleichzeitig scharf sehen. Es kommt zur Überreizung. Ein zusätzliches Kriterium bei der Farbauswahl ist die Reflexionsfähigkeit des gewählten Tons. Während die einen den Raum aufhellen, schlucken andere Farben zu viel Licht und lassen das Büro dunkel wirken.

 

5. Lichtverhältnisse

Bei richtigen Lichtverhältnissen wird Konzentrationsfähigkeit und Vitalität gefördert. Zudem steigert ein gutes Lichtkonzept das Wohlbefinden und erzeugt eine angenehme Raumatmosphäre. Das Büro sollte möglichst vom Tageslicht beleuchtet werden, denn das hat gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Körper. Ist die Sonne untergegangen, so sind in den Morgen- und Abendstunden indirekte Lichtquellen die beste Wahl.

 

6. Lärmschutz

Jeder, der längere Zeit an einer mehrspurigen, viel befahrenden Straße verbracht hat weiß: Lärm bedeutet Stress. Ist der Geräuschpegel zu hoch, so verliert man fast immer den Kampf um die Konzentration. Vor allem stille Arbeiten wie das Schreiben von Texten sollten in einem Raum verrichtet werden, in dem Nebengeräusche nicht ablenken.

 

7. Büropflanzen

Pflanzen haben einen positiven Einfluss auf das Raumklima. Sie filtern Giftstoffe aus der Luft und sorgen für frischen Sauerstoff. Doch sie können noch mehr. Denn laut einer aktuellen Studie (erschienen im Journal of Experimental Psychology, September 2014) steigern Büropflanzen die Produktivität um 15 Prozent . Sie verringern zudem Stress und sorgen dafür, dass man sich physisch, kognitiv und emotional stärker in die Arbeit hineingezogen fühlt.

 

8. Persönliche Dinge

Clean Desk hat ausgedient. Denn persönliche Gegenstände verleihen das Gefühl von Dauerhaftigkeit und steigern den Spaß an der Arbeit. Zur Produktivität tragen Dinge bei, deren Betrachtung positive Gefühle auslösen. Das können Urlaubserinnerungen, Bilder von lieben Menschen aber auch Gadgets aus der Lieblingsfilm-Saga sein.

Was haben Sie auf Ihrem Schreibtisch stehen? Nutzen Sie gern unsere Kommentarfunktion.

Foto: Jeff Sheldon (CC-Lizenz)

Schlagwörter
arbeitszeit, Büroeinrichtung, Personalmanagement, produktivität, Produktivität, Arbeitszeit

2 Kommentare

  1. Rolf am 26.06.2015 um 15:16

    Hallo! Als Personalchef einer Marketing-Agentur ist mir sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter regelmäßig ihren Blick und ihre Aufmerksamkeit von den Bildschirmen abwenden und sich kurzzeitig mit etwas Schönem beschäftigen, das entspannt. Daher habe ich in der letzten Sitzung den Vorschlag eingebracht, ein Aquarium anzuschaffen, das den Mitarbeitern im Pausenraum zur Verfügung steht. Nun bin ich dabei, die Kosten zu kalkulieren, und schon allein das notwendige Know-How für Aufbau und Pflege eines Aquariums kann ich mir nicht mal kurz nebenbei aneignen - es soll ja schon etwas Besonderes sein. Daher habe ich mich entschlossen, die Firma Aquarium West GmbH hier in München mit der Planung und Umsetzung zu beauftragen, da sie nciht nur dies übernehmen, sondern auch die anschließende Wartung und Pflege übernehmen. Unentschlossen bin ich aber doch noch, ob es ein großes Aquarum sein soll oder mehrere kleine, die dann auch in den Büros stehen könnten. Ich bin sehr gespannt... Viele Grüße, Rolf P. aus München

  2. Sarah am 08.11.2016 um 12:52

    Vielen Dank für den interessanten Artikel! Leider wird auch heute noch viel zu oft unterschätzt, dass nicht nur ergonomische Büromöbel wichtig sind, sondern auch das richtige Büroklima. Dabei fördert es garantiert nicht die Produktivität der Mitarbeiter, wenn sie Tag für Tag in einer trist grauen und lauten Umgebung arbeiten. Akkustik, Farbgestaltung, Dekoration des Arbeitsplatzes, kurze Arbeitswege - all dies trägt definitiv zu einem verbesserten Arbeitsklima und somit zu erhöhter Produktivität bei. Dieser Artikel bietet einen guten Überblick darüber, wie sich bereits mit einfachen Mitteln erste Veränderungen erzielen lassen - nochmals Danke dafür!

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