Blog für Digitalisierung und Arbeiten 4.0

Musik gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit und ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Sie bringt Menschen zusammen, sie entspannt, sie hebt die Stimmung, sie kann aber auch nerven. Wie Musik Ihre Leistung steigert, lesen Sie hier.

Musik beeinflusst den Menschen auf vielfältige Weise. Sie kann uns zum Tanzen animieren, aber auch traurig machen. Sie kann uns beruhigen und aufwühlen. Wissenschaftler am Max Planck Instituts um Thomas Hans Fritz fanden heraus, dass sich Musik zudem positiv auf unsere Produktivität auswirkt. Vorausgesetzt, es ist die richtige.

Fritz und sein Team ließen ihre Probanden auf Fitnessgeräten schuften. Diejenigen, die dabei ihre Lieblingsmusik hörten, arbeiteten viel härter, da sie intensiver Sauerstoff einatmeten und dadurch weniger Energie verbrauchten. Auch andere Studien zeigten die positiven Effekte von Rhythmen. David Hargreaves beschallte 1999 Mitarbeiter einer britischen Bank drei Wochen lang mit unterschiedlicher Musik. Diejenigen, die schnellere Rhythmen hörten, bedienten deutlich mehr Kunden als ihre Kollegen.

Welche Musik ist die richtige bei der Arbeit?

Nick Perham von der Cardiff Metropolitan Universität und Teresa Lesiuk von der Universität von Miami fanden heraus, dass nicht eine bestimmte Hintergrundmusik uns produktiver macht, sondern vielmehr die passende zur jeweiligen Aufgabe. Zum Störfaktor wird Musik dann, wenn die Rhythmen häufig wechselnd und relativ aggressiv sind. Ein Death-Metal-Album ist in den meisten Fällen also nicht die richtige Wahl. Welche Musik am Besten passt, lesen Sie in unserem kleinen Überblick.

Lesen und schreiben
Wenn die Worte nicht auf dem Papier landen wollen oder der Fachartikel zäh und trocken ist, kann Musik helfen. Verzichten Sie jedoch auf den Griff nach dem Lieblings-Pop-Song, denn Lyrics, gerade in der eigenen Muttersprache, lenken viel zu sehr ab. Besser sind Instrumentalstücke wie Lounge Musik, Klassik oder ähnliches. Unsere Redakteurin hört zum Beispiel Filmmusik, während Sie diesen Blogartikel schreibt.

Kreative Aufgaben
Musik in der kreativen Phase wirkt eher störend, daher gilt hier: Musik aus! Finden Sie jedoch keinen Anfang oder wollen die Ideen nicht sprudeln, dann können knackige Beats in der Aufwärmphase wahre Wunder bewirken.

Monotone Arbeiten
Jeder Job bringt sie mit sich: stupide Pflichtaufgaben, die keiner machen will, die aber getan werden müssen. Für gute Laune sorgt hier genau die Musik, die Sie lieben und Ihre Stimmung hebt.

Was Musik noch so alles kann

… sie macht intelligenter: 1993 sorgte die Neurologin Frances Rauscher für Aufsehen, denn sie wollte herausgefunden haben, dass der zehnminütige Genuss von Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur ein besseres Abschneiden bei IQ-Tests zur Folge hat. Den Grund für den sogenannten Mozart-Effekt entdeckte Neurobiologe John Hughes. Er stellte fest, dass Mozarts Musik häufig einen Laut-Leise-Zyklus von 30 Sekunden aufweist und damit dem Muster der Gehirnwellen sehr nahe kommt.

… sie wirkt schmerzlindernd: Musik kann die Erzeugung von schmerzlindernden Botenstoffe wie Endorphin anregen. Zudem lenkt sie von Schmerzen ab.

… steigert die Ausdauer: Vor allem, wenn die Musik vom Sportler selbst erzeugt wird. Thomas Hans Fritz ließ seine Probanden auf Fitnessgeräten trainieren, die Musik machten. Das Ergebnis: Sie brauchten weniger Energie und erbrachten mehr Leistung. Aber auch passives Musikhören kann beim Sporttreiben helfen. Der Sportwissenschaftler Costas Karageorghis von der Londoner Brunel-Universität zeigte in einer Studie, dass ein Rhythmus, der dem optimalen Puls von 120 bis 140 Schlägen pro Minute entspricht, deutlich mehr Leistung zur Folge hat.

… sie reduziert Stress: Bei Menschen, die Musik hören, können deutlich körperliche Veränderungen gemessen werden. Der Blutdruck sinkt ebenso wie die Herzfrequenz. Claudius Conrad fand in einer Studie heraus, dass die Hirnhangdrüse das Wachstumshormon HGH beim Genuss von Musik ausschüttet. Das reduziert im Gegenzug die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol.

von | 15.02.2018

2 Kommentare

  1. Nettes Thema, das ihr hier anspricht.
    Definitiv gilt Musik als wirklich guter productivity booster und bietet für interessierte auch viel Freiraum zum Experimentieren.
    Mit einem speziellen Song als Intro und einem als Outro für den Arbeitsalltag, kann man z.b. sein Verhalten darauf konditionieren zu gewünschten Zeiten die produktive Seite seines Gehirn zu aktivieren. Z.b. Morgens bevor man sich auf seine Aufgaben stürzt, lässt man sein persönliches „Intro“ ablaufen und kann dabei noch seinen frisch gebrühten Kaffee trinken.
    Und wenn man den Feierabend einläuten und abschalten möchte, lässt man einfach seinen „Outro“ Song ablaufen und automatisch wechselt man vom Büro- in den Freizeitmodus. Das funktioniert sogar :).

    Wer während der Arbeitszeit, seine Produktivität anregen möchte, dem kann ich auch empfehlen, mal diesen Service auszuprobieren – http://www.focusatwill.com
    Auf die Gehirnwellen abgestimmte Tracks, sollen hier für pausenlosen antrieb sorgen.

    In eurem Blog behandelt Ihr wirklich viele sehr interessante Themen. Das muss mal wirklich gelobt werden.

    Viele Grüße
    Erhan

    Antworten
  2. Vielen Dank, das freut uns 🙂

    Antworten

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Bild: Eric Nopanen / Unsplash

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