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Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten gehören derzeit zu den wichtigsten HR-Trends. Denn sie verändern unsere Arbeitswelt grundlegend. Doch noch werden die neuen Möglichkeiten nur von wenigen wahrgenommen. Das hat vielfältige Gründe.

Der Computer, die E-Mail, Mobilfunk, Social Media, Cloud-Dienste, Smartphones. Der technische Fortschritt hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur die private Kommunikation verändert, sondern nimmt immer mehr Einfluss auf die Unternehmenskultur. Immer mehr Arbeitnehmer erledigen berufliche Aufgaben von unterwegs aus und wünschen sich größere Freiheiten bei der Wahl ihres Arbeitsortes.

Mobiles Arbeiten motiviert

Studien zeigen, dass mobil arbeitende Mitarbeiter motivierter arbeiten und zufriedener sind. 67 Prozent der Personaler sehen laut „Enterprise Mobility 2015“-Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens techconsult mobiles Arbeiten als ausschlaggebenden Faktor dafür an, dass Projekte zeitsparend umgesetzt werden können. 64 Prozent schätzen, dass weniger Projekte scheitern würden, wenn Mitarbeiter durch entsprechende IT-Infrastruktur mobiler arbeiten könnten und 61 Prozent glauben, dass solche Strukturen die Effizienz der Arbeitsabläufe steigern können. Weitere Vorteile mobilen Arbeitens sind nach dieser Studie bessere Erreichbarkeit, Kostenreduzierung, schnellere Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse sowie vereinfachter Informationsaustausch. Doch noch immer hinken die Deutschen dieser Entwicklung hinterher.

Deutschland hinkt beim mobilen Arbeiten hinterher

Auch 2018 ist das mobile Arbeiten in Deutschland nicht so verbreitet wie in anderen Ländern. Laut D21 Digital Index 2017/2018 (einer Studie unter 20.500 Bundesbürgern), arbeiten lediglich 16 Prozent der Erwerbstätigen ständig oder gelegentlich mobil. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) gibt an, dass mobiles Arbeiten in ihrem Beruf nicht möglich wäre. Ein Viertel sagt, dass es in ihrem Unternehmen bzw. Bereich nicht möglich sei. 21 Prozent lehnen mobiles Arbeiten ab.

Größter Knackpunkt ist die entsprechende Technikausstattung. Nur knapp die Hälfte der Berufsstätigen erhalten ein Laptop von ihrem Arbeitgeber. Kostenlose Smartphones stehen nur 21 Prozent zur Verfügung. Die Arbeit mit Kollaborativen Tools wird nur 16 Prozent der Erwerbstätigen ermöglicht.

Digitalisierung in der Personalabteilung

In vielen Betrieben fehlt eine passende Mobilitäts-Strategie. Personaler geben zu oft die Verantwortung an die IT-Abteilung ab. Dabei sind sie es, die diese Entwicklung vorantreiben müssen, denn das mobile Arbeiten fordert ein gänzlich neues Denken darüber, wie Arbeitsleistung zukünftig erbracht, Mitarbeiter angeleitet und Projekte gemeinsam erarbeitet werden.

Mit den richtigen Regeln Mobiles Arbeiten fördern

Stichpunkt Arbeitszeit…

Teams, die weltweit miteinander arbeiten. Eine mobile Infrastruktur, die Entscheidungsprozesse beschleunigt und Informationen dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Die Möglichkeiten, die diese Vernetzung schafft, sind groß. Sie birgt aber auch Risiken. Die ständige Erreichbarkeit kann dazu führen, dass Mitarbeiter keine Erholung mehr finden. Große Unternehmen wie BMW, VW oder die Telekom haben daher Vereinbarungen getroffen, die ihren Mitarbeiter bestimmte Zeiten einräumen, in denen sie nicht erreichbar sein müssen. Auch die Einführung einer Zeiterfassung hilft vielen Unternehmen, ein unkontrolliertes Anwachsen von Mehrarbeit zu verhindern. Bei landes- bzw. weltweit agierenden Teams ist eine ausführliche Projektzeiterfassung sogar unerlässlich, denn nur so können Unternehmen feststellen, wie hoch der Aufwand und die Kosten für einzelne Kundenaufträge sind und wie effektiv ihre Teams miteinander arbeiten.

 

Stichpunkt Datenschutz….

Ein weiteres Problem ist der Umgang mit sensiblen Daten. Auch hier müssen klare Regeln aufgestellt werden, welche Informationen über welche Kanäle ausgetauscht werden dürfen. Sonst landen Daten auf Servern von Diensten mit weitaus weicheren Datenschutzvorschriften.

 

Stichpunkt Medienkompetenz…

Zudem muss im Unternehmen eine neue Kommunikationsstrategie erarbeitet werden. Wir sind zwar weltweit vernetzt, doch im Arbeiten mit digitalen Tools und virtuellen Teams sind wir vielerorts noch ungeübt. Mobiles Arbeiten fordert von den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Führungskräfte müssen neue Wege finden, um Mitarbeiter und Teams effektiv anzuleiten und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

 

Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Wer in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und im Kampf um die besten Fachkräfte bestehen will, muss sich auf diesen Trend zu mehr Mobilität und Flexibilität einstellen.

Dieser Artikel wurde mit neuen Zahlen aktualisiert

von | 14.02.2018

1 Kommentar

  1. Hallo Jessica,

    erst einmal großes Lob an den Artikel! Nur eine Sache, die mir hier etwas fehlt: Mobiles Arbeiten ist gar keine so neue Sache, wir Außendienstler machen das schon seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?). Man ist ständig auf Achse und ich muss sagen, dass das mobile Internet erst mal mehr Arbeit gemacht hat als es geholfen hat.

    Das Internet (und vor Allem Mobiltelefone) haben wahnsinnig viel verändert, das stimmt. Ich habe das am eigenen Leib mitbekommen – in den 90ern habe ich als Außendienstler angefangen als Handys in Deutschland noch „das große neue Ding“ waren. Allein das hat meinen Arbeitsalltag spürbar beschleunigt – die alten Hasen damals hatten damit so ihre Probleme. Jetzt gehöre ich zu den alten Hasen und bin froh, dass ich als Regionalleiter nicht mehr so oft raus – die Tablets mit denen die jetzt arbeiten müssen, würden mich auf die Dauer wahnsinnig machen. Aber, wie es in dem Artikel auch so schön heißt, man muss mit der Zeit gehen, sonst geht man unter.

    Das Einzige, was als Außendienstler wirklich hilft: Organisation, ich kanns gar nicht oft genug sagen. Das tolle Zeiterfassungsprogramm von AskDante nutzen wir auch, das erleichtert vieles. Sei es die Rabattkarte an der Tankstelle, Ersatzkleidung, Arbeitszeiterfassung oder die eigenen Unterlagen – es muss einfach alles seinen Ort haben. Dazu gehört auch das mobile Büro im Auto. Kleiner Schreibtisch, etwas Stauraum. Die stellt man auf den Beifahrersitz, man kann sich nur schwer was darunter vorstellen, wenn man es nur beschreibt, deshalb der Link: http://www.sortimo.at/produkte/mobiles-buero/

    Antworten

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