Das Flow-Prinzip: Produktiv und glücklich im Job

Arbeiten macht richtig Spaß, wenn man die ganze Welt drumherum vergessen kann und sich kreativ und produktiv fühlt. Dieses Flow-Gefühl kann man lernen.

Flow

„Sie müssen eins werden mit dem Berg“, erklärt Spock Captain Kirk, der in Star Trek V eine Steilwand erklimmen will. Dieses Einswerden beschreibt im übertragenen Sinne gut den Zustand, den jemand erreicht, der im Flow ist. Das kann beim Musizieren, beim Schreiben einer wissenschaftlichen Abhandlung, beim Videospielen, aber auch beim Arbeiten passieren. In diesem Momenten ist derjenige so vertieft in die Aufgabe, dass ihm das Zeitgefühl abhanden kommt und er vollkommen auf das fokussiert ist, was er tut. Populär gemacht hat dieses Flow-Prinzip der US-Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi, der sich beim Beobachten seiner Malerfreunde fasziniert darüber zeigte, wie diese in einem weltvergessenen Zustand ein Bild nach dem anderen malten. Wer öfter einen Flow erlebt, ist nicht nur produktiver, sondern steigert damit seine Zufriedenheit und Lebensqualität.

 

Warum macht der Flow glücklich?

Wenn wir bei der Arbeit im Flow sind, dann fühlen wir uns mit der Aufgabe wie verschmolzen. Wir haben in diesem Moment das Gefühl, dass wir das Richtige tun und die Fähigkeit dazu haben. Wir sind weder gelangweilt noch überfordert. Alle negativen Gefühle wie Angst und Stress sind weit entfernt. Selbst Menschen mit scheinbar langweiligen oder eintönigen Arbeiten (Fließband) können in einen Flow geraten. Das Befriedigende liegt dabei nicht im Endergebnis, sondern im Tun einer Aufgabe und dem Erreichen selbstgesteckter Ziele. Diese Ziele sind bei jedem Menschen anders. Sie können zum Beispiel im Erreichen von Perfektion liegen.

 

Wie kann ich einen Flow erreichen?

In den Flow zu kommen kann man weder erzwingen noch verordnen, sondern nur begünstigen. Wichtig ist, dass die Aufgabe in der Balance zwischen Unter- und Überforderung liegt, d.h. sie muss eine Herausforderung sein und darf das Können nicht übersteigen. Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie ihnen Zeiten einräumen, in denen sie ungestört arbeiten können. Auch Störfaktoren wie tagelang aufgeschobene Feedbacks zu Zwischenergebnissen oder ständige Meetings sollten auf ein Minimum reduziert werden. Flexible Arbeitszeiten lassen dem Mitarbeiter die Freiheit, die optimale Arbeitszeit zu finden. Ein guter Chef erkennt, wann seine Leute über- oder unterfordert sind bzw. zu viel oder zu wenig Arbeit haben. Nichts ist tödlicher für Motivation und Produktivität, wenn man den ganzen Tag nix zu tun hat. Zudem spielen Wertschätzung und Entscheidungsfreiräume eine große Rolle, um bei der Arbeit öfter in den Flow zu kommen.

 

Arbeitsglück wichtiger als teure Firmengeschenke

Menschen, die im Flow arbeiten sind deutlich glücklicher und produktiver als Mitarbeiter, die die Arbeit als Mühsal empfinden. Gerade der jüngere Generation ist es wichtig, dass sie in ihren Jobs Sinn finden. Die Befriedigung in der Arbeit und die Identifikation mit dem Beruf hat deutlich an Bedeutung gewonnen und fordert ein Umdenken auf den Führungsebenen. Statt teurer Firmengeschenke sollte also auch ein Blick darauf geworfen werden, ob die Mitarbeiter in ihrer Arbeit Glück und Befriedigung finden.

 

Bild: Phoebe Dill (unsplash.com)


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