New Work: Demokratisierung im Unternehmen

Werden Unternehmen in naher Zukunft wie ein demokratischer Staat geführt? Oder ist das pure Utopie?

Demokratie

Kommt das demokratische Unternehmen?

Die Welt ist im Umbruch. Digitale Techniken machen es möglich, dass wir schneller und einfacher miteinander kommunizieren und uns vernetzen können. Auch die direkte Teilhabe an Themen und Meinungen ist zum Alltag geworden. Für uns ist es selbstverständlich geworden, Produkte zu bewerten, mitzuentwickeln oder sogar mitzufinanzieren, wie das Beispiel Crowdfunding zeigt. Auch vor den Betrieben macht dieses gesamtgesellschaftliche Phänomen nicht Halt.

Der Wunsch nach Teilhabe an Innovations- und Entscheidungsprozessen steigt. Starre Hierarchien verlieren an Attraktivität und etablierte Workflows bröckeln. Neue Technologien und das Bewusstsein über ihre Möglichkeiten stärken die Forderung nach mehr Orts- und Zeitsouveränität. Teams möchten sich ihre Arbeitsorganisation nicht von oben bestimmen lassen und bei Rekrutierungsfragen ein Wort mitreden. Führungskräfte könnten bald wählbar und abwählbar sein.

 

Innovationsbuster oder doch Bremse durch Mittelmäßigkeit?

Fakt ist, es gibt sie die Unternehmen, die bereits mit direkter Partizipation und demokratischen Strukturen in ihren Betrieben experimentieren. Mit Erfolg. Bei Gore-Tex und Semco werden beispielsweise Führungskräfte gewählt. Zudem zeigen Studien, dass Unternehmen, in denen die Belegschaft stärker beteiligt ist, insgesamt innovativer sind. Der Trend weg vom Mikromanagement hin zu mehr Eigenverantwortung durch die Mitarbeiter ist nicht wegzudiskutieren. Ideen und Experimente wie beispielsweise Entwicklerteams, die in Communities organisiert sind, in denen ihre eigenen Regeln gelten, werden ausprobiert.

Doch steht die Demokratie steht auch im Verdacht, Mittelmäßigkeit zu produzieren. Denn große Ideen werden von herausragenden Individuen entwickelt und selten von der Mehrheit. Und wenn jeder alles mitbestimmen kann, werden Entscheidungsprozesse dann nicht lang und zäh? Zunächst muss der Irrtum aufgeklärt werden, dass auch bei einer demokratischen Organisationsstruktur nicht jeder über alles entscheiden kann. Vielmehr geht es bei der Demokratisierung von Unternehmen darum, diejenigen mit einzubeziehen, die von der Entscheidung betroffen sind. Das führt zu einer verbesserten Wissensnutzung und einem Mehr an Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Produkten. Denn wer angehört wird, sich eine Meinung bilden und diese äußern kann und per Abstimmung Einfluss ausübt, dem fällt es leichter sich einem Beschluss zu beugen, der nicht seiner Ansicht entspricht. Auch einer gewählten Führungskraft wird eher gefolgt als einer, die von oben bestimmt wurde.

 

Digitale Werkzeuge als Chance oder Gefahr der Überkontrolle?

Als Treiber ist vor allem die technologische Entwicklung auszumachen, die die gesellschaftlichen Demokratisierungsprozesse erst so richtig ins Rollen brachten. Doch was auf der einen Seite Chancen für mehr Partizipation und Transparenz bietet, birgt auf der anderen Seite deutliche Gefahren. Denn digitale Tools beherbergen durch das umfassende Sammeln von Daten die Gefahr der Überkontrolle. Für einen Mathematiker ist es ein Paradies, für den Menschen, der sich eben nicht an Zahlen und Zielen messen lässt, ist es ein Alptraum. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn schnell werden positive Effekte aufgefressen, wenn Mitarbeiter sich plötzlich rechtfertigen müssen, dass ihre Arbeitsgeschwindigkeit nicht mit den Vorgaben und Statistiken übereinstimmt. Das menschliche Gehirn und die kreative Kraft sind eben keine Computer, denen man nur genug Strom und Daten geben muss, damit sie wunschgemäß funktionieren.

 

Arbeitszeiterfassung ist Grundlage für Vertrauen

Daher muss auch die Zeiterfassung aus ihrer Schmuddelecke heraus, sie würde Arbeit in messbare Einheiten teilen, die die Mitarbeiter zu erfüllen haben. Vielmehr dient sie dazu, Vertrauen zwischen den Vertragsparteien zu schaffen und dem Arbeitgeber ein Instrument in die Hand zu geben, mit dem er seine gesetzliche Fürsorgepflicht erfüllen kann. Denn nur so kommen Faktoren wie die gesundheitsschädigende Selbstausbeutung nicht zum Tragen. Zudem kann betriebswirtschaftliche Steuerung nur funktionieren, wenn Manager die laufenden Prozesse überblicken können. Zeiterfassungssysteme gleichen so negative Effekte, die durch flexiblen Arbeitszeiten und ortsunabhängigen Arbeiten entstehen, aus. Zudem automatisiert ein Zeiterfassungssystem wie askDANTE Verwaltungsarbeiten der Personalverantwortlichen, so dass sich diese auf das Wichtigste im Unternehmen kümmern können, die Menschen.

 

Lesetipp: Xing New Work Book 2016

 

Bild: Bec Brown (unsplash.com)


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